VLOG_9.11.2026: Die AI-Apokalypse

11. September 2026. Der Tag holt einen jedes Jahr wieder ein. Ich habe die Bilder damals live im Fernsehen gesehen – die Türme, die einstürzten. Wir waren wenige Monate zuvor noch in New York gewesen, oben auf dem World Trade Center. Dass so etwas fallen kann, war schlicht nicht vorstellbar. Was danach kam, kennt man: die Kriege, die Konsequenzen, eine Zäsur.

Heute, am gleichen Datum, ein anderes Thema in den englischsprachigen Zeitungen: wie gefährlich ist KI. Ein Anthropic-Mitarbeiter soll das Unternehmen verlassen haben, weil er die Weiterentwicklung der KI als Bedrohung für die Menschheit sieht. Bill Gates hat ähnlich gewarnt. Ich arbeite selbst viel mit KI, verfolge die Entwicklung – und ja, was sich allein im letzten halben Jahr getan hat, ist bemerkenswert.

Im Atlantic bin ich über Einsteins alten Text zur Atombombe gestolpert. Er warnte: viel Gutes möglich, aber auch die Vernichtung weiter Teile der Menschheit. Die ganze Menschheit, davon ging wohl selbst er nicht aus. Seine Idee: Sowjetunion, USA und Großbritannien sollten sich zusammensetzen, eine internationale Gruppe bilden, die diese Gefahr verwaltet. Vielleicht wäre das auch für KI ein Modell.

Zur Einordnung: Der im Video erwähnte „Brief“ ist genau genommen kein Brief an ein Staatsoberhaupt, sondern ein Essay, den Einstein dem Journalisten Raymond Swing diktierte – erschienen im November 1945 im Atlantic unter dem Titel „Einstein über die Atombombe“ (Zum Original). Der berühmte Brief an Roosevelt aus dem Jahr 1939, der das Manhattan-Projekt mit anstieß, ist ein anderes Dokument – dort ging es um Uran als Energiequelle und die Möglichkeit extrem starker Bomben, nicht um Weltregierung.

Einstein rechnet dort tatsächlich nicht mit der Auslöschung der Menschheit, aber mit dem Tod von „vielleicht zwei Dritteln“ der Weltbevölkerung im Ernstfall. Seine Konsequenz: Das Wissen um die Bombe dürfe weder den Vereinten Nationen noch allein der Sowjetunion anvertraut werden, sondern solle in eine gemeinsam von den USA, der Sowjetunion und Großbritannien getragene Weltregierung übergehen – mit einer Verfassung, ausgehandelt von je einem Vertreter der drei Mächte. Kleinere Staaten sollten später beitreten können, aber nicht müssen.

Wobei ich hier selbst schon in die Falle tappe – KI mit der Atombombe gleichzusetzen. Manchmal habe ich bei solchen Artikeln den Verdacht, dass die KI-Firmen genau diese Untergangsmeldungen selbst nach außen tragen lassen. Nicht aus Sorge, sondern um zu zeigen, was für mächtige Werkzeuge sie da gebaut haben.

Untergangsszenarien gab es schon öfter. Ich erinnere mich noch an die ersten E-Book-Reader: Das Lesen, hieß es, werde verschwinden. Ist es nicht. Ich war neulich in der Buchhandlung, habe mir den neuen Ken Follett geholt, gebunden. Ein Bestseller, wohlgemerkt, und die Auslagen sind voll. Ich habe selbst einen E-Book-Reader, aber eben auch Bücher. Und nach wie vor einen Papierkalender, weil sich ein Termin, den man von Hand einträgt, einfach anders anfühlt als einer im Onlinekalender. Die alten Techniken sind nicht verschwunden, nur weil neue dazukamen.

Ganz beruhigt bin ich trotzdem nicht. Wir sind bequem geworden, begeisterungsfähig für jede Neuigkeit. Bei Facebook war das nicht anders – alte Klassenkameraden gefunden, und irgendwann gemerkt, wie hohl das eigentlich ist und wie viel Zeit es frisst. Ich mache selbst YouTube-Videos und ertappe mich dabei, wie ich durch irgendwelche Bären in Kalifornien scrolle, offensichtlich KI-generiert, ohne dass es mich noch interessiert, ob es echt ist. Die New York Times hatte dafür einen Begriff: Brain Rot. Gehirnschrumpfung, könnte man auch sagen.

Die Welt geht wahrscheinlich nicht unter, nur weil wir diese Werkzeuge benutzen. Das eigentliche Risiko sehe ich woanders: wenn solche Techniken in die falschen politischen Hände geraten.

Dieser Text wurde von einer KI auf Basis meines gesprochenen Video-Transkripts erstellt und von mir redigiert.