
Alle sprechen von Zusammenarbeit, Erfahrung, rhetorischer Kompetenz. Warum sollten sie auch, sie müssen mit der SPD Entscheidung leben.
Was hier Amtsübergabe genannt wird, ist eine Ernennung durch den Magistrat, nach Parteiproporz verhandelt. Der neue Mann hat kein Gesicht, das die Bürger ihm selbst gegeben haben. Er hat einen Titel, den ihm Gremien gegeben haben.
Ein Oberbürgermeister, den niemand gewählt hat, kann nicht das politische Herz einer Stadt sein. Er ist Bürovorsteher des Magistrats, mehr nicht. Daran ändert auch die freundlichste Presseschau nichts.
Wenn Bremerhaven einmal will, daß seine Stadtspitze wieder Vertrauen verkörpert und nicht nur Verwaltung, dann muß sich etwas an der Verfassung dieser Stadt ändern. Nicht am Personal.
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Nordsee-Zeitung · Bewegende Worte: Zitate über den alten und den neuen Oberbürgermeister (Jens Gehrke, 8. Juli 2026)
Wir müssen uns jetzt auch noch Gedanken über den Loschen-Leuchtturm machen.
Seit März ist der Leuchtturm eingezäunt, weil Mörtel und Steinchen abgeplatzt sind. Die Untersuchung fand Ende Mai statt, sechs Wochen später fehlt laut Betreiber Bremenports noch immer das Gutachten der Prüfer.
Das Einzige, was in dieser Stadt zu funktionieren scheint, ist die Maschinerie der SPD. Der Stadt selbst bringt das aber ziemlich wenig, wie es aussieht.
Bremerhaven hat Probleme, keine Frage. Aber lösen lassen die sich nur gemeinsam.
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Nordsee-Zeitung · Sorge um Bremerhavens Simon-Loschen-Leuchtturm: Zaun bleibt (Maike Wessolowski, 8. Juli 2026)
Das Deutsche Schifffahrtsmuseum bekommt 1,3 Millionen Euro von der Volkswagenstiftung, um zu erforschen, wie Demokratie in Hafenstädten wie Bremerhaven im Alltag entsteht, herausgefordert wird und sich weiterentwickelt.
So der Bericht auf Buten un Binnen. Fünf Jahre Laufzeit, vier Vergleichsstädte: Lüderitz, Valparaíso, Singapur und eben Bremerhaven. Die Pressemitteilung spricht von maritimen Knotenpunkten, von Migration, von wirtschaftlichem Strukturwandel.
Man könnte sich wünschen, es gäbe dazu wenig zu erforschen, weil Bremerhaven fest auf demokratischem Fundament steht. Die Zahlen aus den letzten beiden Wahlen sprechen eine andere Sprache.
Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 lag die Wahlbeteiligung in Bremerhaven bei 71,1 Prozent, gut elf Punkte unter dem Bundesdurchschnitt von 82,5 Prozent. Die AfD wurde mit 23,5 Prozent zweitstärkste Kraft, in einzelnen Stadtteilen sogar stärkste. Sie hat ihr Ergebnis gegenüber 2021 in fast jedem Stadtteil mehr als verdoppelt.
Noch deutlicher fällt der Blick auf die Europawahl 2024 aus. Amtliches Endergebnis für Bremerhaven: 47,5 Prozent Wahlbeteiligung, während im Land Bremen 57 Prozent und bundesweit fast 65 Prozent zur Urne gingen. Weniger als jeder zweite Wahlberechtigte hat sich beteiligt. Die AfD kam trotzdem auf 17,2 Prozent, in Leherheide-West auf 36,1 Prozent, stärkste Kraft in zwei Wahlbezirken.
Zwei Wahlen, zwei Ebenen, ein Muster: unterdurchschnittliche Beteiligung, überdurchschnittlicher Rechtsruck.
Genau in diese Konstellation trifft nun ein Forschungsprojekt, das laut Projektleiterin Ruth Schilling zeigen soll, wie Demokratie im Alltag entsteht, herausgefordert wird und sich weiterentwickelt. Bremerhaven ist damit kein zufälliger Studienort. Die Stadt liefert das Material selbst.
Fünf Jahre Laufzeit bedeuten, dass die Ergebnisse frühestens 2031 vorliegen. Bis dahin hat Bremerhaven die Kommunalwahl 2027 hinter sich, die Eröffnung des NOVO, vermutlich weitere Einschnitte im Sanierungshaushalt.
Ob die Forschung an diesen Entwicklungen etwas ändert oder sie nur nachträglich dokumentiert, wird sich zeigen. Schulen sollen von den Ergebnissen profitieren, heißt es, Anregungen für die Demokratiebildung. Das klingt nach einer sinnvollen Investition. Nur bräuchte es sie im Idealfall nicht.
Zahlen ohne Gewähr.
Quelle
Buten un Binnen · Das Museum in Bremerhaven erhält rund 1,3 Millionen Euro für das Forschungsprojekt