
Wer Krimis mag …
Wer Krimis mag, ohne das Moralinsaure der deutschen Tatorte (ich habe seit Jahren keinen mehr gesehen), der kann sich High Potential auf Disney+ anschauen. Eine Putzfrau beim LAPD entpuppt sich als hochbegabte Ermittlerin mit knallbuntem Kleidungsgeschmack und mysteriöser Vergangenheit. Wie so oft bei solchen witzigen Ideen stammt das Original aus Frankreich.
Die Serie macht einfach Spaß und hält perfekt die Waage zwischen Drama und Humor. Spannung und Tragik kann eigentlich jeder – aber das Ganze auch noch leichtfüßig hinzubekommen, da sind die US-Serien einfach spitze. Man kann kaum verstehen, dass ein Land, das solche Serien hervorbringt, auch einen Trump hervorgebracht hat …
Ich habe noch nie im Leben …
Never Have I Ever (auf Deutsch: Noch nie in meinem Leben …). Warum schauen wir uns Serien wie Gossip Girl und Co. eigentlich so gerne an? Wir sind diesem Alter doch schon seit Äonen entwachsen. Aber seien wir ehrlich: Die Schulzeit verfolgt uns doch noch bis zur Bahre.
Ich habe zwar noch eine Schule ohne großen Leistungsdruck kennengelernt, aber auch dort gab es reichlich Hormonwallungen und Ärger mit der Schulleitung.
Deshalb können wir so wunderbar mit Devi Vishwakumar mitfühlen – einer jungen Inderin in den USA, die zielsicher in jedes Fettnäpfchen tritt, das sich ihr bietet. Das zuzuschauen macht enormen Spaß und natürlich kommen auch, nicht immer angenehme, Erinnerungen hoch.
Auch hier schafft es eine US-Serie, queeres Leben, sensible US-Geschichte (wie die Internierung von Japanern in den 1940er-Jahren) sowie kulturelle und religiöse Unterschiede leichtfüßig zu verpacken.
Real Life schlägt Online
Auffällig ist: Soziale Medien spielen nur am Rande eine Rolle, obwohl die Serie von 2020 bis 2023 produziert wurde. Mobbing ist dagegen sehr wohl ein Thema, aber eben im Real Life. Die Konsequenzen und die Verantwortlichen können sich hier nicht hinter Avataren verstecken, was die Sache für alle Betroffenen sehr viel unbequemer macht und das dahinterliegende Prinzip offen legt.
Auch in anderen aktuellen US Serien aus dem Jugendmilieu spielen soziale Medien oft nur eine untergeordnete Rolle. Und mal ehrlich: Wer will schon dabei zuschauen, wie Menschen auf Tablets oder Smartphones herumwischen und ansonsten wie die Walking Dead durch die Gegend laufen? Das echte Leben schlägt das Digitale eben immer noch. Man mag das im Alltag zwar anders empfinden, aber wenn die Hormone verrückt spielen, ist der erste Kuss noch immer wichtiger als 1000 Likes.
Projekt „Star Wars komplett“: Update
Ansonsten läuft mein Großprojekt weiter und ich bin mittlerweile bei Star Wars: Rebels angelangt. Zunächst war ich etwas erstaunt, weil die Grafik nach The Bad Batch ein Stück simpler wirkt. Aber die Serie kommt schnell in Schwung und schließt viele wichtige erzählerische Lücken.
Der politische Aspekt tritt hier zwar etwas in den Hintergrund, aber die Stories werden (zumindest in der zweiten Staffel) immer komplexer. Ich bin nach wie vor fasziniert und erstaunt, wie aktuell und riesig dieses Star-Wars-Universum eigentlich ist.