Von der Elbe an die Weser: Warum Weltoffenheit unser wichtigstes Kapital ist!

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was habe ich eigentlich mit Wittenberge zu tun? Aus familiären Gründen kenne ich die dortige Situation seit der Wende aus nächster Nähe. Wenn wir in Bremerhaven manchmal meinen, der Strukturwandel habe sie Stadt gebeutelt, dann können die Menschen in Wittenberge ganz andere Geschichten erzählen
1990 war Wittenberge eine vom Verfall gezeichnete, traurige Stadt, die in den Folgejahren fast 40 % ihrer Einwohner verlor. Doch mit viel Kraft, agiler Kommunalpolitik und massiven EU-Fördergeldern wurde der Aufbruch geschafft: Heute zieht die restaurierte Innenstadt Touristen an, die Elbe boomt und Menschen kehren zurück.
Für mich persönlich eine kleine Zeitreise.
Wo früher Zerfall herrschte, prägen heute restaurierte Fassaden, der Elberadweg und die Vorfreude auf die Landesgartenschau das Bild. Es ist ein Erfolg, der auch zu großen Teilen auf massiven EU-Fördergeldern fußt.
Die FAZ schreibt am 19.3.2025: Eine Kleinstadt schafft den Aufbruch
Doch hinter der glänzenden Fassade ist ein politischer Bruch entstanden, der uns auch in Bremerhaven zu denken geben muss.

Wenn Wahlergebnisse den Tourismus einholen

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Bei der Kommunalwahl 2024 erreichte die AfD in Wittenberge 28,2 %.
Ein Jahr später, bei der Bundestagswahl 2025, kletterte dieser Wert auf 37 %.

Solche Ergebnisse bleiben nicht folgenlos. Wenn die FAZ titelt am : „Wer macht schon gerne Urlaub bei Nazis?“, dann ist das kein bloßes Medienspektakel, sondern eine handfeste wirtschaftliche Gefahr. Tourismus und Investitionen brauchen ein Klima der Weltoffenheit. Eine Gastgeberin in Wittenberge berichtete bereits von Stornierungen aufgrund des politischen Klimas. Das zeigt: Man kann nicht die Hand beißen, die einen füttert in diesem Fall die EU und die überregionalen Gäste, ohne dass der eigene Standort Schaden nimmt.

Die Situation in Bremerhaven: Zwischen Taktik und Verantwortung

Wir steuern in Bremerhaven auf das Jahr 2027 zu, und die Prognosen lassen ähnliche Verwerfungen befürchten.
Die SPD scheint im „Feindbild-Modus“ zu agieren ein strauchelnder ehemaliger Riese der Volksparteien.

Ein aktuelles Beispiel ist die Wahl von Martin Günthner.
Meiner Meinung nach wäre Günthner ohnehin als Oberbürgermeister gewählt worden, auch wenn die SPD auf ihr festgeschriebenes Vorschlagsrecht verzichtet hätte und er als ganz normaler Kandidat angetreten wäre. Ein solcher Verzicht wäre taktisch und politisch klug gewesen, um Größe und Vertrauen zu zeigen.
Doch man entschied sich für den sichereren, machtpolitischen Weg.

Schlussendlich kann Günthner ab 2027 auch eine echte Chance für Bremerhaven sein, aber nur, wenn er versteht, dass seine wichtigste Aufgabe gegenüber den Menschen dieser Stadt besteht, nicht gegenüber einer parteipolitischen Funktion und seiner Funktion als Verwaltungsoberhaupt.



Marthin Günthner als Firewall gegen Rechts!

Es ergibt sich nun nach der Wahl von Martin Günthner eine skurrile Situation. Die Laufzeiten der hauptamtlichen Dezernenten und der Wahlturnus der Kommunalwahlen laufen nicht parallel. Das bedeutet, daß zumindest Martin Günthner noch zwei Kommunalwahlen im Amt bleiben kann. Das ist eine Spezialität in Bremerhaven, weil somit niemand bei einer Kommunalwahl tatsächlich entscheidet, wer OB ist. Aber, mit einem drohenden Rechtsruck bedeutet es auch, daß Martin Günthner eine Art Firewall gegen Rechts bilden kann. Denn, man kann ihm kritisieren, aber von einer rechten Gedankenwelt ist er weit entfernt. Dass die Gefahr eine “ Machtübernahme“ real ist, zeigen die Macht Phantasien der AFD in Sachsen.
[Alleinregierung in Magdeburg: Der interne Machtplan der AFD; FAZ vom 15.5.2026]

Fazit: Zuhören statt Abschalten

Wittenberge ist trotz allem eine Reise wert und die Menschen dort sind weit mehr als ein Wahlergebnis. Schließlich haben 60 % eben nicht AfD gewählt. Doch für die Entscheider in den Rathäusern – ob an der Elbe oder der Weser – muss gelten: Der Schlüssel liegt darin, die Menschen wieder einzubeziehen. Man muss fragen, „wo der Schuh drückt“, anstatt sich hinter Funktionen zu verschanzen.

Bremerhavens Kapital ist die Weltoffenheit als Hafenstadt. Wenn wir dieses Image durch politische Abschottung oder taktische Spielchen aufs Spiel setzen, gefährden wir das Fundament unserer Zukunft.

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Disclaimer: Dieser Beitrag ist eine persönliche Meinungsäußerung. Alle Angaben zu Wahlergebnissen und politischen Konstellationen wurden nach bestem Gewissen recherchiert, erfolgen jedoch ohne Gewähr für die Richtigkeit oder Aktualität.


KI-Zusammenfassung: Die 3 Kernpunkte des Videos

  1. Image ist ein Wirtschaftsfaktor: Politische Stimmungslagen beeinflussen direkt den Tourismus und Investitionen (Beispiel Wittenberge/FAZ-Debatte).
  2. Strukturelle Diskrepanz: In Bremerhaven droht 2027 ein Auseinanderklaffen von Verwaltung (Magistrat) und politischem Bürgerwillen (Stadtverordnetenversammlung).
  3. Die Günthner-Chance: Trotz kritischer Wahl-Umstände kann der neue OB Brücken bauen, sofern er den Fokus weg von Parteifunktionen hin zu den Sorgen der Bürger lenkt.