Bremerhaven bald nur noch in 3D?

Der Beitrag enthält einige (offensichtliche) KI Darstellungen, aber diese werden wir wohl bald LIVE erleben. Ansonsten gibt er meine persönlichen Beobachtungen wieder und meine persönliche Meinung.

Einem geschenkten Apfel sollte man nie trauen!

Na seid ihr auch alle so gespannt, wer der nächste OB wird?
So Bremerhaven sucht den nächsten Super OB!
Lehe 12 Punkte, Mitte 3 Punkte, so wie beim ESC!
Jens Gehrke sah nicht so richtig glücklich aus, als er aus dem Haus, in dem der Magistrat sitzt, über die Vorstellungsrunde berichtet hat.
Bremerhaven hat ja kein richtiges Rathaus, auch komisch für ein Stadt die sich gerne auf Tradition beruft. Aber das past zum aktuellen Verfahren zur Bestimmung des neuen OB:
einfach eine Art parteilicher Verwaltungsakt, warum nicht sofort im SPD Schloss an der Columbusstraße?

Ich habe manchmal das Gefühl, die OB Wahl in Bremerhaven……: Ach, was solls.
Eigentlich ist das nächste Datum, an dem eine Änderung möglich ist, die Kommunalwahl in 2027, das ist lange hin. Bis dahin fühlt man sich fast ausgeliefert. OK, das hört sich jetzt dramatisch an, aber man tritt emotional einen Schritt zurück.
Und genau dieses Gefühl ist tödlich für eine Demokratie, diese Distanz zu Entscheidungen die früher oder später unser Leben beeinflussen werden.

OK, ob die Plakataktion der Grünen so hilfreich ist? Ecke Lloydstr/Columbusstraße also genau im SPD Revier?
Das Plakat konkurriert also mit dem überdimensionalen Uwe Schmidt Konterfei. Na ja, das kann auch nach hinten losgehen, insbesondere da sich Ralf Rüdiger Heinrich an die Spitze der Aktion gesetzt hat, gleichzeitig aber IT…. ach, später.

Neulich, Wochenmarkt Geestemünde:
Da versucht mir ein Mann eine Tüte mit dem Konterfei von Uwe Schmidt in die Hand zu drücken. Inhalt: ein Apfel.
Was es mit einem Apfel auf sich hat, daß hat schon Adam zu spüren bekommen.
Also macht die SPD jetzt auf „Wachturm“?
Das Konterfei von Uwe Schmidt auf der Tüte, der einen schon am SPD Haus anstarrt wie Big Brother; mußte ich jetzt nicht haben.

Und? Wieder bin ich einen Schritt zurückgetreten.
Aber, wir haben April 2026 und die Anzeigen an den Tankstellen und unsere Reaktionen darauf, sagen mehr über den Zustand der Welt aus, als uns lieb ist.
Aber, schauen wir uns die Situation mal an:


Demokratie als Jahrmarkt: sollen sie doch Äpfel essen.
Es ist desillusionierend, wenn Demokratie so gehandhabt wird.


Die Tankstelle als Spiegel

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Zu einer Tankstelle zu fahren ist aktuell nicht lustig.
Ok, Trump wars? Aber wohl eher nicht.
Trump hat nur eine Sollbruchstelle offen gelegt, den Finger in die offene Wunde gebohrt. Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern ist keine Zukunftsfrage, es ist eine schlichte Rechenaufgabe.
Bis vor kurzem noch ein sog. „Grünes Thema“: sehr woke.
“ Wir haben es schon immer gesagt“ vom Lastenrad zugerufen!
Heute wollen es alle geahnt haben, die „Freiheit“ des neuen Heizungsgesetzes? Ein Eigentor. Steuersenkungen auf Sprit? Hilfloser kann man nicht agieren.


Aber kommen wir zuück nach Bremerhaven
Auch Schiffe müssen tanken. Die globale Schifffahrt verfeuert jährlich Millionen Tonnen Schweröl.
Wer jetzt noch glaubt, das kann so bleiben, baut auf Schlick.
Aber mit Schlick kennt sich Bremerhaven ja aus!
Die maritime Welt sucht schon lange nach Alternativen und eine davon ist so alt wie die Menschheit und gleichzeitig das neue High-Tech: Wind.

Die Canopée transportiert NASA-Raketenteile per Segel. Die Reederei Odfjell meldet durch KI-gestütztes Weather Routing und Windnutzung CO2-Einsparungen in der Größenordnung von rund 5.084 Tonnen im Jahr 2020.
Das ist keine Ökologie-Romantik, das ist knallharte Kostenrechnung. .

Das ist Zukunft ob wir es wollen oder nicht. Ob es auch eine Zukunft für Bremerhaven ist?


Bremerhaven hat die Bühne, verkauft Bratwurst und streicht Kultur

Bremerhaven hat das AWI, hat den Hafen, hat die Lage. Bremerhaven hat die SAIL!
Eine Veranstaltung, die alle fünf Jahre Tausende Segelschiffe vor die Kajen bringt.

Eigentlich wäre das ein Schaufenster für klimaneutrale Fracht, für KI-gestütztes Routing, für die Schifffahrt von morgen.
Aber es ist Bratwurst, Rummel und Fischbrötchen.
Und eine Rechnung über 1,54 Millionen Euro Zuschuss, 30 Prozent mehr als bisher.
300.000 Euro Steuergelder pro Partytag. [NZ Beitrag]
Man muß sich fragen: was bringt die Sail in den Jahren zwischen den Veranstaltungen, wenn der Rauch verflogen ist?

Eigentlich nicht viel, außer einer Lichtreklame. OK, die SAIL ist für die Bremerhavener wichtig, ein paar Tage Weltstadt und Feierlaune.

Aber, reicht das?



Während gleichzeitig der Kultursommer gestrichen wird. [NZ Beitrag]
Fehlende Haushaltsmittel.
(…… Thorsten Raschen hat mittlerweile gestanden: die CDU wars!)
Das kann man kaum als soziales Gleichgewicht bezeichnen


Ein System; zwei Maß

Aber, das ist das System in Bremerhaven. In dieser Stadt gibt es zwei Maßstäbe:
Für das, was nach außen glänzt, ist Geld da. Für das, was innen zusammenhält, nicht.
Und dieses Muster ist nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch eine Frage wohin sich die Stadt entwickeln soll.

Das Bremerhaven-Paradox.
Auf der einen Seite pflegt man gerne Tradition, die Segelschiffe, das maritime Erbe. Auf der anderen Seite reißt man schnell ab und kümmert sich wenig um das, was schon da ist.

Eine Erklärung dafür habe ich nicht. In anderen Städten, ich kenne es aus Münster, kümmert man sich um jedes alte Gebäude.
Man baute eine Innenstadt nach ihrer Zerstörung im Weltkrieg so auf, wie sie mal war.
In Bremerhaven? undenkbar, weg mit den alten Kisten.
Aber, die alten Gebäude mit Charme und Geschichte geben einer Stadt einen Charakter, mit dem man sich identifizieren kann und mit dem sich die Stadt selbst identifiziert.
In Bremerhaven? Ach, lassen wir das……


Erst scannen, dann abreißen

Das Kraftwerk von 1896 am Kaiserhafen soll fallen. Ein Ort mit Atmosphäre mit Geschichte .
[NZ Beitrag]

Wahrscheinlich wird es ein Parkplatz. Schon vergessen was für tolle Gebäude auf dem MWB Gelände standen, und was jetzt dort ist?
Eine Asphaltwüste, die Schwammstadt wird wohl woanders gebaut.

Die Antwort der Stadt auf den Denkmalschutz? Ein 3D-Scan.
Als ob ein Datensatz Geschichte ersetzen könnte.

Digitalisierung auf Bremerhavener Art: erst scannen, dann abreißen.
Das hat Bremerhaven schon einmal gemacht.

So wird es wohl enden. OK, dafür brauchen sie also das NOVO, als Heimat für die ganzen 3D Modelle.

Die Seute Deern wurde gescannt statt gerettet. Dann wollte man lieber ein neues Schiff: die Najade.
Ein vollkommen unsinniges Projekt, das scheiterte. Man hätte der SPD lieber ein paar Lego Baukästen schenken sollen: in rot natürlich.

Jetzt droht dem Kraftwerk dasselbe: erst scannen, dann abreißen, dann irgendwann merken, dass der Ersatz auch nicht funktioniert. Dabei hätte genau hier ein Maritime AI Lab entstehen können, die Nähe zum Wasser ideal für die Kühlung von Rechenzentren, AWI und Reedereien und Startups unter einem Dach. Leipzig hat es mit der Baumwollspinnerei vorgemacht. Das Ruhrgebiet mit seinen Zechen. Überall dort entstanden Orte, die die Creative Class anzogen, nicht weil sie neu waren, sondern weil sie echt waren.


Bremerhaven? Weg mit den alten Kästen!
Alles in 3D dann, ausgestellt im NOVO!


Bildungshaft und Stadtflucht

Wenn wir bei den Ideen für das alte Kraftwerk bodenständiger denken: ein Ort für die, die hier groß werden.
Eine Clubszene, Erlebniskultur.

Bei Jugend denkt man in Bremerhaven vor allem an Kitas und Schulen. Macht sich immer gut, sich als Beschützer der Kinder zu zeigen.
Das gibt gute Bilder: wer sich gerne vor der Grundsteinlegung ablichten lässt.
Aber, das sind Pflichtaufgaben, kein Verdienst, sondern der Mindeststandard.

Die eigentliche Frage ist, was mit den jungen Menschen passiert, wenn sie aus der Bildungshaft entlassen werden.
Die Antwort? Sie hauen ab.

„Viele gute Worte auf dem Neujahrsempfang, aber wenig Taten von Montag bis Freitag.“Swantje Schäfer, Studentin (21)

„Auf einem Film kann man sich nicht ausruhen. (…) Ich werde Bremerhaven verlassen.“Pheline Hanke, Filmemacherin

„Wer der Jugend nicht zuhört, wenn sie da ist, darf sich nicht wundern, wenn sie irgendwann geht.“Fazit zur „grollenden Mauer des Schweigens“


Nach Bremen, Hamburg, nach Leipzig, irgendwo hin, wo die Stadt nicht aufgehört hat, an sie zu denken.

So?
Oder so??

Das NOVO soll die Antwort sein. Stadtbibliothek und Jugendherberge als Gegenmittel zur Stadtflucht. Eine Lego-Version des Groninger Forums.
Aber Groningen ist nicht attraktiv wegen des Forums, dort sind es die jungen Menschen, die der Stadt Leben einhauchen.


Das Forum Groningen ist das Tüpfelchen. Bremerhaven plant das Tüpfelchen, ohne die Suppe darunter.


Das Werftquartier: Chance vertan

Das Werftquartier passt perfekt ins gleiche Muster. Eigentlich die größte Stadtentwicklungschance der kommenden Jahrzehnte.
Cradle-to-Cradle, Holz-Hybrid, echte Bauwende.. könnte sein.
Wie wäre es mit einer Bauausstellung auf dem Areal, das wäre doch perfekt….. Aber…
…..die Planungen wirken wie Rezepte von vor 60 Jahren. Zweckmäßig, seelenlos, konventionell. Eine Investoren-Goldgrube ohne Charakter, während gleichzeitig in der Stadt ständig Bausubstanz abgerissen wird, deren graue Energie niemand zurückbekommt.


Chancen?

Egal wo man hinschaut: verpasste Chancen.
Die SAIL könnte Innovation zeigen, zeigt aber Nostalgie.
Das Kraftwerk könnte Zukunft beherbergen, wird aber gescannt und abgerissen.
Das NOVO könnte ein Ort der Freiheit sein, wird aber eine Bildungsinstitution.
Das Werftquartier könnte ein Reallabor sein, wird aber ein Katalog-Quartier.
Und der Kultursommer, der das echte Leben in den Stadtteilen trägt? Hat kein Budget.
Bremerhaven feiert lieber, als dass es handelt.

Bei der SAIL stach eine Veranstaltung aus dem Einerlei heraus: Das NEUS Festival.
Aber, allein während der SAIL ist das zu wenig. Warum nicht im Gebäude des alten Kraftwerks?
Ach so, im 3D Scan kann man schlecht abhängen….


Die Menschen in der Stadt haben das Gefühl, sie erleben eine dysfunktionale Stadt. Sie brauchen nur an den Kajen entlangzugehen um zu erkennen, da ist nichts passiert. Gerade mal den Krahn hat man an der Geeste versetzt, das war wohl ein Notfall. Aber, die Kajen, vor ein paar Jahren ein großes Thema heute? Wir haben uns schon an die Zäune gewöhnt.
Ansonsten, viel Verfall, noch immer.


Verantwortungs PingPong!


Bremen! Wenn nur nicht Bremen…. Ich kann es nicht mehr hören! Man spielt die Verantwortung für Missstände wie „Guter Cop, Böser Cop“ hin und her. Die politische Landschaft im Land Bremen ist viel zu sehr ineinander verstrickt, als dass die eine Hand nicht weiß, was die andere tut.
Man wirbt ja für Martin Günthner als Bürgermeister in spe. Er sei gut vernetzt, als ehemaliger Hafensenator. Gleichzeitig beruft man sich bei den Volten von BLG und Bremenports, wie die Asphaltwüste an der Barkhausenstraße oder das Hotel an der Schleusenstraße darauf:
wir hören nix, wir sehen nix, wir sagen nix.


Das System hat einen Namen

Wer verstehen will, warum Bremerhaven dieses Muster so beharrlich reproduziert, muss sich die Magistratsverfassung ansehen. Die Stadt, die sich als „freieste Gemeinde“ Deutschlands bezeichnet, nutzt diese verfassungsrechtliche Autonomie dafür, Dezernate nach Koalitionsproporz zu vergeben– und die Stadtverfassung lässt das ausdrücklich zu, weil sie für hauptamtliche Dezernenten zwar formell eine Ausschreibung verlangt, aber keinerlei berufliche Qualifikationsanforderungen kennt.


In Nordrhein-Westfalen (§ 71 GO) müssen Beigeordnete nachweisbare Fachkompetenz mitbringen und können gerichtlich auf ihre Qualifikation überprüft werden; in Bremerhaven ist die Ausschreibung die Kulisse, hinter der der Parteiproporz das Ergebnis längst bestimmt hat.

Die Konsequenz ist im aktuellen Magistrat ablesbar:
Kultur und Schule werden von einem promovierten Lebensmittelchemiker verwaltet, dessen wissenschaftliche Qualifikation außer Frage steht, dessen fachliche Schnittmenge mit Kulturförderung und Schulentwicklungsplanung hingegen objektiv nicht vorhanden ist, während ein Stadtplaner, der den Gebäudebestand als Ressource begreift und die Konsequenzen von Abriss und Neubau für die städtische Identität durchdenkt, genau dort fehlt, wo über das Kraftwerk entschieden wird.
Der langjähriger Senator a. D. Martin Günthner agiert ohne spezifisches Fachprofil für das Sozialressort.

Das ist kein Vorwurf an die Personen! Sie sind das Ergebnis eines Systems, das politische Loyalität über fachliche Eignung stellt.

Wie dieses System unter Druck reagiert, hat die Einführung einer neuen Finanzsoftware im April 2026 gezeigt: [ButenuBinnen] Der Magistrat räumte „erhebliche Schwierigkeiten“ ein, die zu einem teilweisen Stillstand der Verwaltungsarbeit führten, die Kämmerei hatte die Software ausgewählt, das IT-Ressort war für den Betrieb zuständig, und anstatt das Problem zu lösen, beschäftigten sich zwei Dezernate zweier Parteien damit, die Verantwortung füreinander zu reklamieren.

Das ist die Alltagsform dessen, was die Verfassung strukturell anlegt.
Das die Verwaltung im Teilbereichen dysfunktional geworden ist, wen wundert es noch.


Was sich ändern muss:

Ein Personalwechsel an der Spitze ändert an diesem Muster nichts, solange die Verfassung dieselbe bleibt. Was Bremerhaven bräuchte, sind neutrale Vorauswahlkommissionen, in denen externe Fachleute – mindestens zur Hälfte aus dem jeweiligen Fachbereich – bindende Qualifikationsprofile entwickeln, bevor der politische Prozess überhaupt beginnt; Dezernenten, die als Beamte auf Zeit parteiunabhängig ernannt, fachlich überprüfbar und gerichtlich anfechtbar wären, wie es in anderen Bundesländern längst Standard ist;

So sollte es aussehen………


und offene Ausschreibungen, die diesen Namen verdienen, weil das Ergebnis nicht schon feststeht, bevor die erste Bewerbung eingegangen ist. All das setzt allerdings eine direkt gewählte Oberbürgermeisterin oder einen direkt gewählten OB voraus, der seine Legitimation den Bürgerinnen und Bürgern verdankt und nicht den Fraktionen, die ihn ins Amt gehoben haben – in den meisten deutschen Kommunen ist das längst Realität, in Bremerhaven gilt es noch als strukturelle Zumutung.

Und, das gilt für alle Dezernenten. Es kann nicht sein, dass ein ehrenamtlicher Dezernent verantwortlich für die Renovierung der Kajen ist.

Bremerhaven braucht keine Führung, die Identität scannt und Kultur streicht, während sie für die nächste Party XXL-Schecks ausstellt. Wir brauchen eine neue Gallionsfigur, eine Frau an der Spitze, einen OB, der frischen Wind in den Bremerhavener Muff bringt und bereit ist, den Kurs radikal zu ändern.


Die OB-Wahl als Zäsur

Dass Martin Günthner als Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters gehandelt wird, ist in gewisser Weise die konsequente Fortsetzung des beschriebenen Systems: ein langjähriger Senator, erfahren in Koalitionsmanagement und politischer Kommunikation, dessen Karriere exemplarisch zeigt, wie das Bremerhavener Politikgeflecht Personalentscheidungen trifft. Das Problem ist nicht seine Person, sondern die Logik, nach der er kandidiert: denn wer einem Magistrat vorsteht, der nach Proporz besetzt und nach Parteikalkül entscheidet, und selbst das Produkt genau dieser Mechanismen ist, wird das Karussell nicht anhalten, sondern weiterdrehen.

Diese OB-Wahl wäre die Gelegenheit, jemanden an die Spitze zu stellen, der bereit ist, das System selbst anzufassen, jemanden, der den Ballast der eingeübten Arrangements nicht mitschleppt, weil er nie Teil davon war. Ob das eine Frau sein muss, ist eine offene Frage; dass es jemand sein muss, der den Muff dieser Stadt nicht als natürlichen Aggregatzustand begreift, ist keine.

Die Zukunft segelt an Bremerhaven vorbei. Bremerhaven schaut ihr beim Vorbeifahren zu.


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KI TAKEAWAY Struktur frisst Strategie

Das „Bremerhaven-Paradox“ manifestiert sich im April 2026 als technisches und politisches Versagen: Während die Stadt 1,54 Millionen Euro (30 % Steigerung) für die SAIL 2025 bereitstellt , wird der Kultursommer 2026 wegen „fehlender Haushaltsmittel“ gestrichen. Diese Diskrepanz ist kein Zufall, sondern Systemlogik. Die Bremerhavener Magistratsverfassung erlaubt die Besetzung von Dezernaten nach Koalitionsproporz ohne fachliche Qualifikationsprüfung. Das Ergebnis: Ein Lebensmittelchemiker verwaltet Bildung und Kultur , während an den Schnittstellen von Stadtplanung und Klimawende die Fachkompetenz fehlt.

Digitalisierung wird hier als Alibi-Instrument missverstanden. Der 3D-Scan des Kraftwerks von 1896 dient nicht dem Erhalt, sondern als digitaler Grabstein vor dem Abriss. Man „scannt“ Identität weg, statt die graue Energie des Bestands für Projekte wie ein „Maritime AI Lab“ zu nutzen. Während innovative Frachtsegler wie die Canopée weltweit CO2-Einsparungen von 35 % demonstrieren , verharrt Bremerhaven in einer Nostalgie-Verwaltung, die Bratwurst verkauft, während die Zukunft im wahrsten Sinne vorbeisegelt.

Echte Transformation benötigt keine „Lego-Versionen“ anderer Städte wie beim geplanten NOVO, sondern strukturelle Integrität. Die kommende OB-Wahl ist die Zäsur: Werden Posten weiterhin als Kulisse für Parteibücher vergeben, oder entsteht eine Verwaltung, die Fachlichkeit über Loyalität stellt? Wenn die personelle Besetzung lediglich das Produkt des Systems ist, das sie reformieren müsste, bleibt der Stillstand das einzige verlässliche Ergebnis. Fortschritt entsteht nicht durch das Scannen von Ruinen, sondern durch das Aufbrechen verkrusteter Entscheidungswege.